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Wie viel Haus kann ich mir leisten? 

Fünf Leitregeln für Hauskäufer -
die wichtigste: Möglichst viel Eigenkapital einsetzen

Düsseldorf -  Die Unsicherheit über die Eigenheimzulage, die günstigen Zinsen sowie vielfach preiswerte Immobilien: Mancher Bundesbürger denkt derzeit darüber nach, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Die entscheidende Frage dabei lautet: Wie viel Haus kann ich mir eigentlich leisten? Die folgenden fünf Leitregeln sollte ein Häus­lebauer (oder Käufer) beherzigen, wenn er die Immobilie selbst nutzen will.

Viel Eigenkapital einsetzen
Die besten Konditionen beim Baugeld gibt es für erstrangige Hypothekenkredite, die bis zu 60 Prozent der Gesamtfinanzierungssumme ausmachen. Ideal ist daher ein Eigenkapitalanteil von 40 Prozent. Weniger als 20 Prozent sollten es in keinem Fall sein.

Anfängliche Tilgung erhöhen
Die günstigen Zinsen lassen die monatlichen Raten leicht erreichbar aussehen. Was kaum einer weiß: Die Tilgungsdauer verlängert sich dadurch erheblich. Denn bei kleiner Rate bleibt auch der Tilgungsanteil gering. Besser: "Statt einem Prozent wie üblich eine anfängliche Tilgung von zwei Prozent wählen",  sagt Jörg Sahr,  Finan­zie­rungsexperte bei der Stiftung Warentest. "Der Kredit ist deutlich schneller abgezahlt."

Lange Zinsbindung wählen
Wer statt zehn Jahren Zinsbindung über 15 Jahre abschließt, muß zwar bis zu einem halben Prozentpunkt mehr Zins zahlen, hat aber viel mehr Planungssicherheit. Bis zur Anschlußfinanzierung mit dann vermutlich höherem Zinsniveau sind mehr Schulden abgebaut. Und sollten die Zinsen noch tiefer sinken:  Bei Krediten mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung ist der Ausstieg jederzeit nach Ablauf der ersten zehn Jahre mö­glich.

Nebenkosten realistisch planen
Wer eine Immobilie kauft oder baut, sollte eher großzügig Nebenkosten einkal­ku­lie­ren. So sind für Notar und Grundbucheintragung bereits 1,5 Prozent des Kaufpreises zu veranschlagen, die Grunderwerbssteuer mit 3,5 Prozent kommt noch dazu.  "Oft vergessen werden Kosten für Renovierung oder Miete für die alte Wohnung", sagt Experte Sahr. Solche Nebenkosten sollten vom Eigenkapital abgezogen werden.

Wohngeld berücksichtigen
Ein Trugschluß ist es, die bisherige Miete als Grundlage für eine mögliche Kreditrate anzusetzen. Denn die Nebenkosten eines Eigentümers sind mindestens 20 % höher als die Nebenkosten eines Mieters, weil er zusätzlich Reparatur-Rücklagen bilden muß.


Die zwei wichtigsten Eckdaten sind demnach das bereinigte Eigenkapital sowie die ver­kraftbare monatliche Rate, bei der die Eigenheimzulage berücksichtigt werden kann. Wie viel Finanzierungsvolumen sich daraus und den weiteren Faktoren wie Zins und Tilgungssatz ergibt, zeigt ein Rechenbeispiel: Angenommen, ein Single kann monatlich 500 Euro Belastung verkraften (Wohngeld kommt hinzu) und hat 50 000 Euro Eigen­kapital. Der Effektivzins beträgt fünf Prozent, die anfängliche Tilgung zwei Prozent. Die Kauf-Nebenkosten werden mit zehn Prozent kalkuliert. Der reine Kaufpreis könnte bei diesem Beispiel bei 123 000 Euro liegen,  bei einer verkraftbaren Monatsrate von 750 Euro wären es 162 000 Euro.  Ftx.

Quelle: Welt.de - Samstag, 11. Dezember 2004

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