Stroth Immobilien  -  Wohn- & Gewerbeimmobilien

 

Was zählt - Toplage und die Klinik um die Ecke 
  
mm.de: Zum Beispiel in Teilen Ostdeutschlands? 
  
Just: Sicher. Die Mieten in Ostdeutschland haben in den vergangenen Jahren über alle Wohnungsbereiche hinweg deutlich nachgegeben. Und mitunter bieten Eigentümer in manchen Regionen bis zu drei Monate kostenfreies Probewohnen an. Das ist kein Massenphänomen, stimmt aber bedenklich. Es lohnt freilich auch in Ostdeutschland zu differenzieren: Auch in den neuen Ländern etablieren sich allmählich Wirtschaftszentren wie der Automobil-Cluster Leipzig-Dresden oder die Technologieregion Jena. 
  
mm.de: Werden demnach die Mieten und damit auch die Mietrenditen in den wirtschaftlich attraktiven Regionen steigen? 
  
Just: Das muss nicht der Fall sein. Die Mieten reagieren nur dann, wenn die Nachfrage schneller steigt als das Angebot. Bisher haben die Immobilienmärkte in diesen Regionen darauf gesetzt, dass die Menschen sowieso kommen und steigende Mieten sowie steigende Kaufpreise für Immobilien zu zahlen bereit sind. Die Städte erkennen aber zusehends, dass dies ein gefährliches Spiel ist, weil die Umlandgemeinden mittlerweile mit attraktiveren Konditionen locken. Die Stadt Frankfurt steuert dieser Entwicklung bereits entgegen. Sie weist mehr Bauland aus, auch für Mietwohnungskomplexe, um damit ihrerseits die Menschen aus den Umlandgemeinden in die Stadt zurück zu locken. 
  
mm.de: Gelingt das? 
  
Just: Teilweise. Mieten und Kaufpreise klettern nicht mehr in dem Maße wie zuvor, wobei diese Entwicklung auch der schwachen Konjunktur geschuldet ist. Vom Trend her sehen wir grundsätzlich steigende Mieten in Ballungsräumen. Wenn die Kommunen aber clever agieren, ihre Immobilien nicht knapp halten und effizienter bewirtschaften, sollten die Preise nicht schneller steigen als das allgemeine Einkommensniveau. 
  
mm.de: Welche Faktoren - neben ihrer Lage in einer Zuzugsregion - werden die Werthaltigkeit einer Immobilie noch entscheidend mitbestimmen? 
  
Just: Die Qualität der Immobilie selbst natürlich. Sie sollte möglichst klar auf eine Zielgruppe zugeschnitten sein. Noch wichtiger aber ist die Infrastruktur. Dazu zählen eine verkehrsgünstige Anbindung ebenso wie nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Erholungseinrichtungen. Immer bedeutender wird in Zukunft die Nähe zu medizinischen Einrichtungen sein. Dies wird gerade die Entscheidung vieler Seniorenhaushalte beeinflussen, ob sie aus dem günstigeren Umland womöglich doch in die Stadt ziehen. 
  
Wie das Risiko der Eigentumsbildung steigt 
  
mm.de: Worauf kommt es jungen Familien an? 
  
Just: Garten, Größe der Immobilie und ihre Finanzierbarkeit. Da wird sich nicht viel ändern. Die größten Bewegungen sehen wir im Segment der älteren Eigentümer und Mieter. Einerseits wird die Zahl der wohlhabenden Senioren wachsen. Andererseits wird es auch von Altersarmut betroffene Senioren geben. Der Investor muss also klar differenzieren. Nicht jede Senioren-Immobilie findet an jedem Standort ihren Abnehmer. 
  
mm.de: Wertbestimmende Faktoren wie die Wirtschaftskraft einer Region können sich schnell ändern. Unternehmen gehen insolvent oder wandern ab. Teilen Sie diese Bedenken? 
  
Just: Ja. Das Risiko der Eigentumsbildung steigt, je stärker ein Landkreis, eine Region von wenigen Unternehmen oder einem einzigen Industriezweig abhängig ist. Unter Umständen ist man dann gezwungen, die Immobilie vorzeitig und unter Preis zu veräußern. Der Investor muss sich also die nicht ganz einfache Frage stellen: Wird eine Region eher Gewinner oder Verlierer des Strukturwandels sein? 
  

 

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