Stroth Immobilien  -  Wohn- & Gewerbeimmobilien

 

mm.de: Wie lautet Ihre Prognose? 
  
Just: Wie bereits angedeutet, sehen wir die Gebiete mit einem ausgeprägten Dienstleistungscharakter als Wachstumsregionen. Die industrielle Produktion wird dagegen tendenziell ins Ausland verlagert oder noch kapitalintensiver gestaltet. Das heißt, Arbeitsplätze gehen dann verloren. Und gerade die mobilen jungen Menschen werden die Region verlassen. 
  
mm.de: Zu den Städten. Gibt es einen Typus von Stadtvierteln, die Käufer künftig bevorzugen werden? 
  
Just: Das hängt davon ab, ob man privater Käufer oder institutioneller Investor ist. Letzterer wird immer versuchen, umfangreiche Bestände oder größere Objekte aufzukaufen. Er wird diese Objekte künftig mehr nach der Frage beurteilen müssen, kann ich die Immobilie günstig und kurzfristig umrüsten, falls sich Bedarf und Geschmack ändern. Sicherlich lassen sich nicht aus jeder Arbeitersiedlung zweistöckige Maisonette-Wohnungen stricken. Aber in diese Richtung muss er denken. 
Der Eigenheimkäufer der Zukunft wird sich dagegen von jenem, den wir heute kennen, kaum unterscheiden. Da die Menschen aber heute mobiler sind als vor 50 Jahren, wird die "Lebensabschnittimmobilie" eine größere Rolle spielen und die auf Generationen ausgelegte "dynastische Immobilie" an Bedeutung einbüßen. 
  
Die Eigenheimzulage hilft dem Markt nicht   
  
mm.de: Bei der Finanzierung der eigenen vier Wände spielt die Eigenheimzulage - auch gekürzt - immer noch eine wichtige Rolle. Sie soll ganz wegfallen. Welche Auswirkungen erwarten Sie? 
  
Just: Man darf die Nachfragewirkung der Eigenheimzulage nicht überschätzen. Studien zeigen, dass Menschen zwischen 30 und 40 in den vergangenen Jahren Eigentum gebildet haben - ob nun mit oder ohne Zulage. Natürlich wird sich der Schwellenhaushalt überlegen, brauche ich dieses Geld für den Immobilienkauf oder nicht? 
Fällt die Eigenheimzulage ganz weg, könnte in dieser Käuferschicht die Nachfrage sinken. Aber der Markt wird darauf reagieren. Und die Preise werden wieder nachgeben, so dass auch diese Käufer zumindest teilweise zum Zuge kommen dürften. Wir glauben daher, im Ergebnis werden die Nachfrage und folglich auch die Preise nicht so schnell und so stark zurückfallen, wie dies mitunter befürchtet wird. 
  
mm.de: Befürworten Sie die Abschaffung der Eigenheimzulage? 
  
Just: Ja, wir haben das unlängst in einer Gemeinschaftsstudie mit dem Institut für Wohnungswirtschaft der Universität zu Köln auch empfohlen. 
  
mm.de: Mit welcher Begründung? 
  
Just: Wir sehen keine Notwendigkeit für diese Subvention. Wer dem Immobilienmarkt auf die Sprünge helfen will, der sollte die Angebotsbedingungen verbessern und nicht restriktiv halten, um dann später wieder Geld hineinzuschießen. 
  
mm.de: Die Immobilie als Anlageform hat es nicht in den Katalog der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge geschafft. Gehört nicht zumindest die selbst genutzte Immobilie da hinein? 
  
Just: Ja, natürlich. Sie sollte nicht schlechter gestellt sein als andere Kapitalanlagen zur Altersvorsorge. Sie ist eine klar definierte Asset-Klasse und sinnvoller Bestandteil in einem Portfolio. Die Förderkriterien sind aber zu kompliziert gestrickt, da passt die Immobilie so nicht rein. Unser Vorschlag lautet daher, die Altersvorsorgerichtlinien schlanker zu machen und nicht so stark zu regulieren. Die Finanzplatzinitiative hat ja jetzt einen Vorschlag gemacht, ein allgemeines Eigenvorsorgekonto einzurichten. Wenn das realisiert würde, sollte auch die Immobilie mit berücksichtigt werden können. 
  

 

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