Stroth Immobilien  -  Wohn- & Gewerbeimmobilien

 

Die Crux mit der geförderten Vorsorge 
  
mm.de: Wie könnte das konkret aussehen? 
  
Just: Der Vorschlag wäre, dass der Immobilienerwerb in Form einer günstigen Besteuerung bei Entnahmen für den Eigenheimerwerb bei dem Konto eingebunden werden kann. Der Vorteil des Eigenvorsorgekontos läge darin, dass zwischen einzelnen Anlagen einfach und steuerunschädlich umgeschichtet werden kann. 
  
mm.de: Das ändert jedoch nichts an dem Tatbestand der staatlichen Subventionierung, die Sie ja ablehnen 
  
Just: Wünschenswert wäre, jeder erkennt die Rentenlücke und sorgt selbst vor. Dann bedürfte es auch keiner Subventionierung der Altersvorsorge. Gleichwohl halte ich es für sinnvoll, die Menschen zumindest vorübergehend auf diesem Weg stärker zu einer privaten Vorsorge zu motivieren. Das würde den Systemwechsel von der umlagefinanzierten zu einer kapitalgedeckten Altersvorsorge erleichtern. Das wäre dann keine strukturerhaltende, sondern eine Lenkungssubvention. Da sind Ökonomen manchmal sogar verhandlungsbereit. Dann sollte man allerdings alle Asset-Klassen gleich behandeln.
 
 
Die Eigenheimzulage müssen wir davon trennen. Denn Förderkriterien wie die Anzahl der Kinder oder umweltfreundliches Bauen haben mit dem Eigenheim per se nichts zu tun. Verstehen Sie mich hier aber nicht falsch: Sowohl die staatliche Förderung von Kindern als auch den Schutz der Umwelt halte ich für richtig und wichtig. Das Koppeln an den Kauf einer Immobilie ist aber unnötiger Dirigismus und reduziert die Zielgenauigkeit von Instrumenten. 
  
mm.de: Wer keine Immobilie kaufen will, kann auch in Fonds investieren. Das Interesse institutioneller Anleger an Wohnimmobilien wächst, reine Wohnimmobilienfonds werden verstärkt aufgelegt. Ist das eine sinnvolle oder eine riskante Alternative zum Wohneigentum?   
  
Just: Ich halte die Möglichkeit, auch indirekt in Immobilien zu investieren für sehr interessant. Dies ist sicherlich eine Alternative gerade für jene Menschen, die aus beruflichen Gründen ihren Wohnort öfter wechseln müssen. Wie bei Aktien gilt genauso für Immobilien, die Risiken sind möglichst gering zu halten. Das können Immobilienfonds leisten. Die meisten offenen Immobilienfonds enthalten derzeit allerdings noch überwiegend Gewerbe- statt Wohnimmobilien. 
  
mm.de: Ist die Wohnimmobilie keine interessante Beimischung? 
  
Just: So eine Diversifizierung könnte manchem Fonds gut tun und das Anlagerisiko verringern. Der Fondsmanager muss aber die Erfahrung und das Know-how mitbringen. Hat er es nicht, lässt er besser die Finger davon. Langfristig macht es durchaus Sinn, Wohnimmobilien mit aufzunehmen, weil sie sich im Gegensatz zu Gewerbeimmobilien nicht so schnell und nicht in gleichem Ausmaß an Marktreaktionen anpassen. 
  
  
02.06.2004 
Quelle: Manager-Magazin.de 
  

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