Stroth Immobilien  -  Wohn- & Gewerbeimmobilien

"Kaufen, wo die Menschen hinziehen"

Von Lutz Reiche  
  
Die meisten wollen sie, die Immobilie als Altersvorsorge. Doch nur eine Minderheit hat sie. Was bestimmt künftig ihren Wert, wo lohnt die Investition und wo nicht? Oder doch besser mieten und das Geld in einen Immofonds stecken? Tobias Just, Immobilienexperte der Deutschen Bank, gibt Tipps für die Anlagestrategie.  
  

mm.de: 77 Prozent der Deutschen sehen Wohneigentum als die sicherste Altersvorsorge. Doch nur 43 Prozent leben in der eigenen Immobilie. Deutschland zählt damit zu den Schlusslichtern in Europa. Haben Sie eine Erklärung dafür?

 
  
Just: Das Zusammenspiel einer ganzen Reihe von Entwicklungen kann diese Tatsache erklären. In Deutschland wurden durch den Zweiten Weltkrieg viele Wohnimmobilien vernichtet. In den 50er und 60er Jahren hat der Staat dann den Mietwohnungsbau stark subventioniert, um damit den Grundbedarf zu decken. Aus dieser Intervention zieht sich der Staat zusehends zurück. Die Folgen dieser Entwicklung spürt der westdeutsche Immobilienmarkt noch heute; wie auch 40 Jahre Sozialismus in Ostdeutschland nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sind. Dazu kommt der sicherlich wohlgemeinte Versuch, über Gesetze die Rechte des Mieters zu sichern ... 
  
mm.de: ... was ja grundsätzlich nicht verwerflich ist. 
  
Just: Nein, aber Mieterschutz bedeutet eine relative Schlechterstellung des Eigentums. Weit reichende Rechtsnormen machen das Mieten grundsätzlich attraktiver und die Eigentumsbildung weniger interessant 
  
mm.de: Ist das nicht auch eine Frage der Mentalität? Wer baut oder kauft, macht dies zumeist auf Pump und muss anderweitig verzichten. 
  
Just: Das glaube ich nicht. Die Deutschen haben eine der höchsten Sparquoten. Doch das Bauland in Deutschland ist im europäischen Vergleich teuer. Restriktive Bauvorschriften sind mitunter auch ein Hindernis. Zudem wird hierzulande noch qualitativ hochwertig und anspruchsvoll gebaut, was so manche Finanzierung platzen lässt. In den Niederlanden ist das anders. Oft fehlt die Unterkellerung, die Garage oder der Garten fällt kleiner aus. Das durchschnittliche Haus in Holland ist damit günstiger und belastet den Haushalt weniger als in Deutschland. 
  
mm.de: Ist das nicht auch eine Frage der Mentalität? Wer baut oder kauft, macht dies zumeist auf Pump und muss anderweitig verzichten. 
  
Just: Das glaube ich nicht. Die Deutschen haben eine der höchsten Sparquoten. Doch das Bauland in Deutschland ist im europäischen Vergleich teuer. Restriktive Bauvorschriften sind mitunter auch ein Hindernis. Zudem wird hierzulande noch qualitativ hochwertig und anspruchsvoll gebaut, was so manche Finanzierung platzen lässt. In den Niederlanden ist das anders. Oft fehlt die Unterkellerung, die Garage oder der Garten fällt kleiner aus. Das durchschnittliche Haus in Holland ist damit günstiger und belastet den Haushalt weniger als in Deutschland. 
  
Weniger Menschen = weniger Wohnraum? 
  
mm.de: Sind die Deutschen zu anspruchsvoll? 
  
Just: Da möchte ich kein Urteil abgeben. Zum Teil scheitert Wohneigentumserwerb auch daran, dass die Baulandvergabe zu restriktiv gehandhabt wird. Chronisch unterfinanzierte Kommunen versuchen mitunter auf diesem Weg ihre Gemeindefinanzen aufzubessern. 
  

 

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