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Die Schnäppchen-Kredite

Wer Wohnung oder Haus modernisieren will, bekommt 2003 und 2004 zinsgünstige Darlehen von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wieder­aufbau.  Das Modernisierungsprogramm können Mieter und Vermieter nutzen.

Von ANDREAS KUNZE

Gute Nachricht: Wer seine Wohnung oder sein Haus modernisieren will, bekommt in diesem und im nächsten Jahr Schnäppchen-Kredite von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Doch wie das genau funktioniert, ist vielen noch unklar.
 
Die Kreditzinsen sind historisch niedrig. Die KfW unterbietet das mit ihrem "Wohn­raum-Modernisierungsprogramm" noch einmal deutlich. Bei einer zehnjährigen Zinsfestschreibung sind zum Beispiel in den ersten vier Jahren effektiv nur 3,14 Prozent Zinsen zu zahlen, in den folgenden sechs Jahren die marktüblichen 5,2 Prozent. Insgesamt ergibt das bei diesem Beispiel einen unschlagbar günstigen Effektivzins von 4,17 Prozent, wie Jörg Sahr von der Stiftung Warentest errechnet hat. Der Baufinanzierungsexperte: "Das bedeutet bei einer Kreditsumme von 15 000 Euro mit zehn Jahren Zinsfestschreibung rund 2000 Euro Gesamtersparnis." Neben der reinen Zinsersparnis sei zu berücksichtigen, dass das in den ersten vier Jahren ge­sparte Geld angelegt werden könne und Zinsen einbringe. Ein weiterer Vorteil: "Die KfW-Konditionen gelten auch für kleine Kreditsummen - marktüblich ist da ein Zins­aufschlag", so Jörg Sahr.
 
Wann der Kredit zurückgezahlt sein muss,  hängt ab von der Zinsbindung. Bei fünf­jäh­riger Zinsfestschreibung sind es bis zu 20 Jahre; bei zehnjähriger Zinsfestschreibung bis zu 30 Jahre. Das bedeutet: Wer sich zum Beispiel für zehn Jahre Zinsbindung ent­scheidet, hat so lange den Zins sicher. Ist bis dahin der Kredit nicht getilgt, muss für den Rest eine Anschlussfinanzierung abgeschlossen werden. Die kann dann noch über 20 Jahre laufen.
 
Eine andere Besonderheit der KfW-Kredite: Im ersten Jahr ist keine Tilgung notwen­dig; es werden nur die vierteljährlich fälligen Zinsen gezahlt. Dieser tilgungsfreie Zeit­raum kann auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden.
 
Sowohl Mieter als auch Vermieter können die Schnäppchen-Kredite beanspruchen. Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um einen Alt- oder einen Neubau handelt. Grenzen hat die KfW aber bei der Verwendung gesetzt. Finanziert wird zum Beispiel die Erneu­erung von Fenstern, Fußböden oder Treppen. Auch für Dachausbau oder den Balkon­anbau gibt es günstiges Geld, nicht aber fürs Tapezieren oder andere Schönheits­re­paraturen, die für den Mieter ohnehin zu den Pflichten gehören, die aus seinem Miet­vertrag resultieren.
 
Die Höchstsumme des KfW-Kredits richtet sich nach der Größe der Wohnung oder des Hauses. Pro Quadratmeter Wohnfläche sind bis zu 250 € möglich. Bei einer 80-Qua­drat­meter-Wohnung gäbe es also bis 20 000 € Kredit. Beantragt werden muss der KfW-Kredit bei einer Bank oder Sparkasse, und zwar unbedingt, bevor die Arbeiten beginnen. Die Sicherheiten sind mit der Bank oder der Sparkasse zu verhandeln. Innerhalb von neun Monaten nach Darlehensauszahlung ist ein Verwendungsnachweis einzureichen.
 
Das Programm läuft in diesem und im nächstem Jahr. Die Zinsverbilligung des Bundes gibt es aber bei Anträgen im nächsten Jahr nur drei Jahre lang. Laut KfW sollen die neuen Förderprogramme die Binnennachfrage stärken und dadurch "in erster Linie dem Bausektor und hier vor allem mittelstän-dischen Unternehmen zu Gute kommen".


Quelle: Rheinische Post vom 24.05.2003

 

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